Magirus Deutz Mercur 150 D11 – Probefahrt

Heute haben wir uns spontan für eine Probefahrt mit einem Magirus Deutz Mercur 150 D11 entschieden. Der würde doch super zu unseren beiden anderen Oldtimern – Mercedes-Benz L319 und Mercedes-Benz Kurzhauber L322 – passen … 🙂 So ein Eckhauber hat mir schon immer supergut gefallen und diese Probefahrt, sozusagen gleich ums Eck, bietet sich auf unserem Heimweg nach unserer Werkelei in Rosenheim förmlich an.

Dieser Magirus Mercur ist Baujahr 1968 und schon beim ersten Anblick schmelze ich förmlich dahin – wie schon im Winter bei unserer ersten Besichtigung eines Magirus-Eckhauber. Was für ein toller ‚Schnauzer‘. 🙂 Wie er mich so lieb anschaut …. – Alleine schon die Optik mit der langen eckigen Motorhaube, den für sich alleine stehenden Scheinwerfern, der zweigeteilten Frontscheibe,  dem weißen Lenkrad, dem Armaturenbrett mit den vielen ‚Smarties‘, den süßen Innenraumleuchten, der Lüfterdüse und, und, und …. – Aber die Optik alleine sollte ja nicht ausschlaggebend für die Anschaffung eines Oldtimers sein. Das Fahrverhalten und die Technik sind nicht ganz unwichtig … 😉

Der Magirus Deutz Mercur ist mit einem Synchrongetriebe und einer Differentialsperre ausgestattet. Im linken Fußbereich gibt es eine Motorbremse.

Die Dimensionen sind schon etwas ungewohnt. Die lange Motorhaube (die soooo schön ist) und der hintere Aufbau, der breiter ist als das Fahrerhaus. Diese Abmessungen sind sicherlich gewöhnungsbedürftig. Aber das ist ja bei jedem neuen Auto auch so 😉

Wir bekommen einen gaaaaaanz alten Schlüssel – das finden wir schon mal cool… 🙂 Und los geht’s. Schon rasselt der Motor. Ist der kaputt??? Nein, natürlich nicht…! 🙂 Die müssen so rattern, das ist bei diesen Fahrzeugen ganz normal. Das ist das typische Motorengeräusch das ein ganz spezielles Gefühl auslöst 🙂

Die Kupplung hat trotz Hydraulik keinen Spielausgleich. Zum Schalten muss der Hebel hochgezogen werden. Wenn man den Kupplungshebel anfasst, fühlt es sich so an, als ob da gar kein Getriebe dranhängt. Beim Runterschalten vom 4. auf den 3. Gang muss man Zwischengas geben (Fahranweisung vom derzeitigen Besitzer). Das Gaspedal muss richtig gedrückt werden, bis es reagiert.

Die Hupe mit dem Magirus_Emblem in dem tollen elfenbeinfarbenen Lenkrad funktioniert ’normal‘ 🙂

                                                                                                                    

Der Magirus Deutz aus dem Jahre 1968 hat natürlich noch keine Servolenkung und lässt sich bei langsamer Geschwindigkeiten sehr schwer lenken. Für Stadtfahrten also eher ungeeignet – aber dafür ist er ja – für unsere Zwecke – nicht gedacht. Wenn er mal fährt, dann fährt er. Mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h geht es dahin. Das sind wir ja schon von unseren beiden Oldtimern gewohnt: „Der Weg ist das Ziel!“ 🙂

Bergauf merkt man den Drehmoment bei einem Hubraum von 9 ½ l bei 150 PS. Da zieht der Motor den Oldtimer kraftvoll hoch. Zumal das ehemalige Feuerwehrfahrzeug bereits ohne Gerätschaft ist und derzeit gerade mal ca. 6,040 t wiegt. (Der kleinere Motor mit seinen 120 PS hat einen Hubraum von 6 l.) Ein Herunterschalten ist gar nicht nötig. Wenn ich das mit meiner Knutschkugel vergleiche, bei dem ich relativ bald an Geschwindigkeit verliere und runterschalten muss …

                                                                                       Immer noch im höchsten Gang geht es bergauf. Der Besitzer bemerkt: „Die anderen Lkw verfluchen den Magirus Mercur auf der ebenen Strecke, da er nur 80 km/h fährt, aber auf Steigungen zieht der dann wieder an den Lastern vorbei.“ 🙂 Zusätzlich gibt es noch einen Geländegang. Zwischen dem 4. und 5. Gang stimmt die Übersetzung nicht, da hat man das Gefühl es fehlt irgendwie ein Gang dazwischen. Aber mit dem Geländegang spielt das keine Rolle, weil mit diesem soviel Kraft aufgebracht wird, dass der den Magirus locker bergauf zieht 🙂

Im Vergleich dazu fährt der Kurzhauber zwar schon ganz gut bergauf, aber da dieser keine Achsübersetzung hat, ist bei kurz über 70 km/h Ende.

Der Fahrer- und Beifahrersitz sind für einen Oldtimer sehr beqem. Im Mannschaftsraum gibt es Holzbänke. Der Geräuschpegel beim fahren ist nicht anders, als beim Kurzhauber – eher etwas leiser. Wir können uns gut unterhalten.

Der Magirus-Deutz Mercur ist sehr pflegeleicht in der Handhabung: er lässt sich verhältnismäßig niedertourig fahren. Das ideale Auto also für ‚Schaltfaule‘. 😉

Nach dieser Probefahrt sind wir noch mehr hingerissen. Wir fühlen uns wohl in/mit diesem Oldtimer. Können wir widerstehen? Oder schlägt unser Herz für dieses Fahrzeug? Ich werde Euch berichten, wie es mit der neuen Liebe weitergeht und ob der Mercur das Basisfahrzeug für den geplanten Wohnmobilaufbau sein wird. 🙂

Eure Werkeline

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2 Kommentare

  1. Super tolles Auto ! Ich kann es Euch nur empfehlen ! Fahre selber einen Bj.1965 er Magirus Merkur Eckhauber und wenn der Virus einen einmal befallen hat und man infiziert ist lässt er einen nicht mehr los ! Hingucker sind diese Fahrzeuge auf jedenfall ! Und super Wartungs-Reparaturfreundlich und übersichtlich. Ich möchte meinen nicht mehr missen und bereue die endscheidung zum Kauf keine Sekunde, bis jetzt 🙂 toi toi toi
    Bin gespannt wie es bei Euch weitergeht !? Danke für den Beitrag !
    Viele Grüße Marc

  2. Toller Bericht – fühle mich ganz wie zuhause.
    Ich habe den 150D10 von 1967 – auch mit Doppelkabine. Das ist ganz toll um direkt in die Wohnkabine zu steigen…
    Liebe Grüsse Daniel

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