Magirus Deutz Mercur – Abriss – Vorstellung Aufbaugerippe

Für alle, die sich noch nie mit einem alten Feuerwehrfahrzeug beschäftigt haben, und die vielleicht mit dem Gedanken spielen, sich eines anzuschaffen, wollen wir einen Eindruck verschaffen, wie so ein Feuerwehrauto wie der Magirus Deutz Mercur gebaut ist. Wo Gammelstellen sind, und auch, wie viel Arbeit es macht, ein Feuerwehrfahrzeug zu zerlegen und den Abfall zu entsorgen.

Unser Magirus Deutz Mercur ist ein Feuerwehrauto aus den 60er Jahren. Es ist zwar nicht aus dem Ganzen gefräst 😉 aber ‚Gute deutsche Wertarbeit‘. Das komplette Fahrzeug ist extrem massiv verarbeitet. Das Aufbaugerippe ist aus Profilen die ca. 25 auf 30 oder sogar 30 auf 40 mm sind.

Unser Feuerwehrfahrzeug ist ein ehemaliges TroTLF – Trockentanklöschfahrzeug, das von der Feuerwehr auf LF16 sprich auf einen 1600 Liter Wassertank umgebaut worden ist. Aus diesem Grund hat es noch eine ehemalige Halterung, die vermutlich noch von der Löschpulver-Förderpumpe vorhanden ist. Der Wassertank ist aus Glasfaser, der mit Sicherheit eine Wandstärke von gut 10 mm GFK hat. Wenn man diesen nicht aus einem Stück rausholen kann und mit der Stichsäge zerlegen muss ist das ein hartes Stück Arbeit und eine ‚Riesensauerei‘. Am besten gleich mal eine große Packung Stichsägeblätter bereitlegen. 😉

Korrosiosmäßig ist unser Mercur noch gut in Schuss. Aber nach 50 Jahren ist so ein Fahrzeug definitiv nicht mehr rostfrei. Wer sich für ein altes Fahrzeug interessiert und sich von ein paar Fotos online beeindrucken lässt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass auch bei einem gut erhaltenen Fahrzeug immer gewisse Korrosion vorhanden ist, die man stoppen und beseitigen muss. Bei unserem Feuerwehr-Oldtimer hält sich das – auch aus der Nähe betrachtet – alles sehr in Grenzen. An Stellen wo stehendes Wasser war, z. B. an den Hecktüren, sind Feuchtigkeitsschäden festzustellen. Uns ist das mehr oder weniger egal, weil der Aufbau ja sowieso runterkommt.

Für Leute die sich so ein Fahrzeug kaufen und überlegen, den Aufbau als Wohnmobil ohne Stehhöhe auszubauen oder ihn nach oben hin erhöhen wollen, ist zu beachten, dass gewisse Korrosionsstellen immer vorhanden sind. Bei unserem Mercur ist auch an den Trägern, die die Alutrittfläche tragen Korrosionsbefall. Hier wurden früher die Saugschläuche aufbewahrt.  Wir lassen diese im Moment noch dran, weil ein Unterfahrschutz an der Seite in Deutschland vorgeschrieben ist. Später wird das von unserem Wohnmobilaufbau wahrscheinlich der Keller werden und als Stauraum für Wassertanks, Standheizung etc. dienen.

Den neuen Aufbau werden wir mit mehr Abstand an das Fahrerhaus dransetzten, damit man später immer die Möglichkeit hat mit der Farbwalze nachzustreichen oder Korrosionsschutzmittel aufzutragen. Wir planen ca. 10 cm Abstand zwischen Doppelkabine und Aufbau.

Die Pumpe ist auch am besten zu entfernen, wenn man von allen Seiten dran kann. Die hat ein enormes Gewicht und ist schwierig zu entfernen.

Dann gibt es viele Teile die man zur Wiederverwendung (oder zum Verkauf) ausbauen kann: Beladungszettel. Türgriffe, Treibstangenschlösser, Einfassprofile der Hartfaserplatten, Rückenstütze der Doppelkabine, Türgriffmulden mit der Schlossaufnahme, Schlossstützen… Wem der Ausbau zu aufwändig ist, der kann diese Teile natürlich auch entsorgen…

Eine Fahrzeugvorstellung von Magirus Deutz Mercur folgt noch. Ohne Aufbau, dann kann man das Fahrwerk – Hinterachse, Verteilergetriebe usw. besser sehen. Dann ist alles zugänglicher und interessanter anzuschauen.

Bis bald

Eure Werkeline

Bewegte Bilder zu diesem Blog-Beitrag könnt Ihr Euch im Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=lGHFruLf-6g&feature=youtu.be

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