Deutschland-Urlaub im Mercedes-Benz L319 – 7. Etappe


7. Etappe: Emden Ostfriesland mit Inseltour nach Borkum

Herrje, jetzt ist schon wieder soviel Zeit seit meinem letzten BLOG-Beitrag vergangen. Aber bevor schon wieder der nächste Sommerurlaub 2019 beginnt, möchten wir Euch von unserer nächsten Etappe der Mercedes 319er-Tour von 2018 berichten. Wir sind aus Bochum auf ziemlich direktem Weg über die A31 in Richtung Emden gefahren – Tinos Heimatstadt. Irgendwo im Emsland wurde es langsam dunkel und da das ja mit meiner Knutschkugel kein Problem ist, sind wir rechts raus und haben uns ein lauschiges Übernachtungsplätzchen auf einer grünen Wiese gesucht.

Von der Morgensonne geweckt, haben wir uns nach Rührei mit Speck auf den Weg nach Emden gemacht. Vorbei an Wiesen, Feldern, Windrädern und der Papenburger Meyer-Werft sind wir am späten Vormittag in Emden angekommen. Genauer gesagt in Wolthusen. Ein Stadtteil mit dem sehr schönen ehrenamtlich betriebenen Van-Ameren-Bad und der Kesselschleuse – einem ganz besonderen Bauwerk zur Wasserstandsregulierung der Binnengewässer in Ostfriesland. Herzlich empfangen von Muddi und Tante mit einer Tasse Thiele-Tee aus Emden. Klar dass Ostfriesen auch nur echten Ostfriesentee trinken. Und davon gibt es genau nur drei! Teehersteller: Thiele Tee, Onno Behrens Tee und Bünting Tee. Alles andere – naja, das kommentieren wir hier lieber nicht.

Watt macht man so schönes anne Waderkant?!? Na auf die Insel fahren natürlich! Das geht ab Emden-Außenhafen mit einer Fähre der A.G. Ems. Entweder gemütlich und preiswert mit einem normalen Fahrgastschiff oder mit einem Katamaran, wenn man es eilig hat und mit 70 km/h über die Nordsee preschen mag.

Nach einer knapp zweistündigen Überfahrt bei herrlichem Sonnenschein und einem deftigen Frühstück mit Krabbensuppe und starkem Kaffee erreichen wir den Inselhafen Borkum. Uns kommt das Seenotrettungsschiff Alfried Krupp der DGzRS entgegen und wer nicht von der Küste kommt, dem seien die 5 Buchstaben kurz übersetzt: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Sozusagen die Wasserfeuerwehr & THW in einem oder auch die, die kommen, wenn Wasserwacht und DLRG das Handtuch werfen. Die Profis also… 😀

Übrigens fast ausschließlich durch Spendengelder finanziert – genau wie unser Eisenbahnmuseum in Nördlingen.

Früher gab es auf der Nordsee eine Art schwimmende Leuchttürme, sogenannte Feuerschiffe. Davon liegt eines im Emder Binnenhafen direkt vor dem Rathaus, nämlich die „Deutsche Bucht“ und wir fahren mit unserer Fähre gerade am Feuerschiff „Borkumriff“ vorbei, welches man besichtigen oder auch darauf heiraten kann. Wie romantisch! 🙂

Angekommen auf Borkum, fährt die Inselbahn oder auch Borkumer Kleinbahn die Fährgäste kostenlos auf der 900 mm Strecke bis zum Inselbahnhof Borkum, von dem aus der Strand nur 3-4 Gehminuten entfernt liegt. Da wir zwei ältere Damen in Begleitung haben, ist heute kein Marathon angesagt, sondern eher chillen, Strandcafé, Hose hochkrempeln, Socken ausziehen und durch den feinen Sand und die ganz seichte Brandung des Nordstrandes von Borkum zu stapfen.

 

Wir werden begleitet von wunderschönem Spätsommerwetter, einer Touristendichte die man als sehr angenehm beschreiben kann, bräunender Sonnenstrahlung bei gleichzeitig seidigem Wind der einem das Schwitzen erspart. Traumwetter am Traumstrand, von dem so manch ein Mallorca-Urlauber, dessen Urlaubsmotivation kein Strandbesäufnis ist, neidisch werden würde.

  

Nach Alster (wie man im Norden Radler bezeichnet), Eisbecher und rumstöbern durch diverse Souvenierläden mit vielen liebenswerten kleinen Urlaubsandenken, geht es dann langsam wieder zurück zum Borkumer Inselbahnhof. Denn heute fährt die Inselbahn mit Dampflokbespannung.

Welch ein Zufall, wenn eine waschechte Bayerin und ein Ostfreeesenfischkopp aus dem Bayerischen Eisenbahnmuseum mal nach Norddeutschland in Urlaub fahren. Tino hat die Nase natürlich fast wieder in der Rauchkammer, unterhält sich mit dem Lokführer und dem Zugführer und bewundert die kleine schön restaurierte blaue Dampflok der Borkumer Kleinbahn.

Da die Nordlichter ja besonders naturverbunden und entsprechend umweltfreundlich ticken, ist diese Dampflok nämlich auf Heizölfeuerung umgerüstet worden. Es riecht also weder nach Ruß, Schwefel, Kohle oder sonstwas, was wir auf unseren Dampfzugfahrten ab Nördlingen immer so gerne mögen. Aber die Lok ist umweltfreundlich, und im Nationalpark Wattenmeer ein guter Kompromiss aus Nostalgie, Touristenattraktion und Umweltschutz.

Auch die Waggons der Borkumer Inselbahn erstrahlen in sehr gepflegtem Zustand und in historischem Ambiente mit viel Holz und wunderschönen Oberlichtern im Zirkuswagenstil.

Habt ihr toll gemacht!!!

Nachdem wir wieder auf der Fähre in Richtung Emden angekommen sind, neigt sich auch die Sonne wieder Richtung Abendstimmung und wir erleben eine kleine zweistündige Nordsee-Schifffahrt in einer Atmosphäre, die einem unter die Haut geht. Ein zwar „technisches“ Naturerlebnis, aber wer einen Blick für‘s Schöne im Herzen trägt, der kann die Überfahrt von Borkum nach Emden in den frühen Abendstunden mit Sonne und glitzernder Nordsee genießen.

Ca. 1 Stunde davon mit untergehender Sonne im Heck des Schiffes bis die Fähre an der Emder Westmole, vorbei an einem ganz besonderen Leuchtturm, in die Hafeneinfahrt vom Emder Außenhafen einbiegt. Direkt an der Emsmündung, von der aus die Kreuzfahrtschiffe AIDA & Co. von Meyer aus Papenburg das erste mal in ihrem Leben das Wasser der Weltmeere vor den Bug bekamen. Stapellauf bei Meyer ist ja immer ein deutschlandweit beachtetes Spektakel mit tausenden von Besuchern. 

Bevor wir übrigens einen großen Anschiss von Insidern bekommen: Papenburg ist nicht Ostfriesland, sondern Emsland. Wahre Nachbarschaftsliebe gibt es halt überall und warum die großen Pötte von Meyer nicht in Emden gebaut werden, sondern in Papenburg und man dafür extra ein umweltunfreundliches Ems-Sperrwerk für fast eine halbe Milliarde D-Mark bauen musste, das weiß wie immer der Wind…

Wir hoffen dass Euch der erste Teil unseres Ostfriesland-Aufenthaltes gefallen hat und wir Euch für einen Urlaub an der Nordseeküste begeistern konnten. Wem das noch nicht genug ist, den werden wir im nächsten Teil unserer L319-Knutschkugeltour weiter für das raue Ländchen an der Nordseeküste begeistern.

Bis dahin alles Liebe

Werkeline & Fischkopp

 

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