Deutschland-Urlaub im Mercedes Benz L319


6. Etappe: Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen

Servus zusammen und ein gutes neues Jahr noch nachträglich !

Wo waren wir stehen geblieben? Richtig, in der Zeche Zollverein in Essen. Ein Eindruck, der uns sehr ins Blut gegangen ist und bis heute nachwirkt.

Weiter ging unsere Wohnmobiltour mit unserem Mercedes L319 ins benachbarte Bochum. Genauer gesagt gezielt ins dortige Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen. Ähnlich wie „unser“ BEM (Bayerisches Eisenbahnmuseum) ist dieses deutschlandweit bekannte Museum, beziehungsweise der Betreiberverein DGEG, bereits vor gut 50 Jahren von ambitionierten Eisenbahnliebhabern gegründet worden.

Da Werkeline und Tino im Vergleich dazu, Eisenbahn-Greenhorns sind, wollten wir uns auf unserer Urlausreise mal anschauen, was andere Vereine so Schönes machen und möchten Euch mit den folgenden Zeilen und Bildern einen möglichst objektiven Eindruck dieses sehenswerten Eisenbahnmuseums „tief im Weeeesteeeehehehen“ geben.

Nun steht und fällt die Anmutung eines Eisenbahnmuseums ja als erstes mit der ‚Location‘, wie man heutzutage sagt. Und die versetzt einen, ähnlich wie in Nördlingen, sehr schnell in eine ganz andere Zeit und durch die Bauweise in Klinker und Ziegelstein auch passend in eine andere Region. So wie der historische Wasserturm, bzw. genauer gesagt, unser Wasserhaus in Nördlingen, hat das Museum in Bochum ein absolut markantes Wahrzeichen aus einer längst vergangenen Zeit. Nämlich den stählernen Wasserturm auf gemauertem Sockel. Stilecht renoviert und wieder neu beschriftet, ist dieses technische Relikt zur Speisewasserversorgung von Dampflokomotiven, mittels Wasserkran eine unverkennbarer Eye-Catcher mit ganz besonderem Charme.

Sooo – was erwartet man in einem Eisenbahnmuseen neben Wasserturm, Lokschuppen, Kohlenkran und Drehscheibe sonst noch?!? Und genau an diesem Punkt scheiden sich schon die Geister oder deutlicher gesagt: Die Museumskonzepte.

Ziel der allermeisten Eisenbahnmuseen ist der Fahrzeugerhalt in „Neuzustand“ oder einer Annäherung daran, um Technikgeschichte begreifbar und anschaulich der Nachwelt und den Folgegenerationen zu erhalten. Vieles ist zum anschauen, weniges zum anfassen und fast nichts zur Nutzung und folglich zum erneuten Verschleiß freigegeben. Dieses Konzept ist absolut in Ordnung und findet sich beispielsweise im Bahnpark Augsburg, im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München, in der Lokwelt in Freilassing oder eben in Bochum-Dahlhausen. Und wer sich mit historischer Technik und Restauration von Alteisen auskennt weiß, wie viel Liebe, Enthusiasmus, Zeit, Geld und Know-How dafür erforderlich ist, in seiner Freizeit ehrenamtlich Technikgeschichte aufzuarbeiten und zu präsentieren.

Danke liebe Bochumer Eisenbahnfans – ihr macht definitiv einen tollen Job!

Dennoch möchten wir ein bisschen in Eigenwerbung den Unterschied zum Bayerischen Eisenbahnmuseum klar stellen: Bei uns ist kein Weg schön gepflastert, auch kein Zaun aus allen erdenklichen deutschen Eisenbahnsignalen gebaut und so mancher Umweltgeimpfter mag sich über den öligen Boden in unserem 15-ständigen Ringlokschuppen beklagen. AAAber: Im BEM in Nördlingen sind aktuell 10 Dampfloks betriebsfähig – in Bochum aktuell unseres Wissens nach keine. Aber bald wieder eine schöne P8.

So, genug gefrotzelt. Macht man ja auch nicht unter Gleichgesinnten!

Nein, im Ernst, dass Bochumer Eisenbahnmuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Die Sammlung an schön erhaltenen oder restaurierten Eisenbahnfahrzeugen reicht von sehr seltenen Schi(ene)Stra(ße)Bus über diverse Dampf- und Elok-Exponaten bis hin zu sehr alten Güter- und Reisezugwagen im teils wunderschönen Originalzustand. Und das alles bestens wettergeschützt unter Dach und Fach. Neidisches Kompliment! Die Geschichte der Eisenbahnumgebung Ruhrgebiet, der Technik rund um die Schiene und der Leit- und Sicherungstechnik (Signale & Co) aus vergangener Zeit ist wunderschön dargestellt und vor allem auch für Kinder begreifbar, im doppelten Sinne.

Ein weiteres Kleinod ist das auf dem BW-Gelände (Bahnbetriebswerk) aufgestellte mechanische Ständer-Stellwerk, welches ursprünglich den Bahnhof Köln-Mühlheim verzierte und nach einem schweißtreibenden Umzug jetzt das Bochumer Eisenbahnmuseum noch ein wenig „echter“ wirken lässt.

Von dem sehr gepflegten Drumherum könnten wir uns in Nördlingen zwei Scheiben abschneiden – wenn uns nicht ein paar Eisenbahnbegeisterte helfende Hände fehlen würden, die sich freiwillig und ehrenamtlich um die vielen I-Tüpfelchen kümmern, die ein gelungenes Eisenbahnmuseum eben einfach echt wirken lassen und den Charme eines Eisenbahnbetriebswerkes ausmachen.

Wir sagen also im Vergleich: 1 zu 1 – Gleichstand. Wir mehr Dampf – ihr mehr Detailfreude und Sinn für die kleinen musealen Dinge, die für einen begeisterten Besucher auch sooo wichtig sind.

Fazit: Das Ruhrgebiet ist immer eine Reise wert und wer daran lang schleift, sollte das Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen nicht verpassen. Alle, die mal in Richtung Bayern oder Schwabenländle reisen, sind bei uns im Nördlinger Ries herzlich willkommen. Zu traumhafter Altstadt und richtig viel Dampf auf dem Kessel im Bayerischen Eisenbahnmuseum.

 

So, was kommt als nächstes?! Wo wird der Anker das nächste Mal aus unserem Mercedes L319 geworfen?

In Emden / Ostfriesland natürlich – der Heimat von Tino van dee Waterkant. Bleibt am Ball – wir freuen uns auf Euch!!!

Eure Werkeline

 

 

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