Deutschland-Urlaub mit Oldtimer-Wohnmobil

1. Etappe: Von Nördlingen nach Heidelberg

Deutschland ist immer eine Reise wert! Warum soll man jedes Jahr eine Pauschalreise in den Süden buchen, wenn´s hier schon fast zu heiß ist?!? Noch dazu, wenn man, wie wir, stolze Besitzer eines ganz besonderen Campingbusses sind: Werkelines Mercedes L319 aus dem Jahr 1965 oder wie wir beide sagen: „Unsere Knutschkugel“.

Zugegeben, wahrscheinlich sind wir beide totale Kulturbanausen und haben, anders als viele andere Touristen, nicht die  Museen der Stadt abgegrast. Wir haben uns auf der ganzen Urlaubsfahrt einfach von den Eindrücken und Geschehnissen treiben lassen. Denn wir wollten Urlaub machen und keine Hetzjagd nach Sehenswürdigkeiten und keine Liste von Pflichtveranstaltungen zum abhaken. Gemütlicher Wohnmobilurlaub war angesagt und nachdem wir uns ab Bayerischem Eisenbahnmuseum Nördlingen auf den Weg gemacht haben, war Heidelberg unser erstes spontanes Ziel auf unserem Oldtimer-Feuerwehrradar.

Klar, wer auf Oldies steht und an alter Eisenbahn herumschraubt, kommt auch im Urlaub nicht an historischer Technik vorbei. Die Heidelberger Bergbahnen, insbesondere der obere und eben alte Teil dieser Standseilbahn ist schon ein „Schmankerl“, wie man  in Bayern sagt. Der Maschinenraum an der Bergstation ist von 1909, weitgehend original und für einen Technikfan ein besonderes Highlight. Da man mittlerweile an unsere Wegwerf-Gesellschaft gewöhnt ist, begeistert uns umso mehr, dass der 109 Jahre alte Elektromotor treu, brav und fleißig seinen Dienst verrichtet.

Kulinarisch ist Heidelberg natürlich ebenfalls interessant, wurde von uns aber nicht fotographisch festgehalten. Was einem sonst noch in dieser romantischen Universitätsstadt erwartet, ist neben einer studentisch bedingten bunten Mischung junger Leute eine malerische Altstadt, das imposante Heidelberger Schloss mit unter anderem imposanten riesigen Weinfässern mit über 200.000 Litern Fassungsvermögen und einer hochinteressanten Ausstellung historischer Apotheken und Alchemisten-Werkstätten.

Zugegeben – Werkelines T-Shirt mit der Aufschrift der Zittauer Schmalspurbahn ist regional unpassend aber ebenfalls eine Reise ins Dreiländereck Ostsachsen wert. Wir sind eben Eisenbahnfans mit Dampflok-Speisewasser im Blut…

Bei unserer Stadtrundfahrt am Neckar entlang, haben wir einen direkt am Ufer liegenden Wohnmobilstellplatz entdeckt, der einen herrlichen Blick auf das Neckartal und die Heidelberger Altstadt bietet. Da wir uns aber in mitten von „Weißware-Wohnmobilen“ eher unwohl fühlen, haben wir uns ein lauschiges Stellplätzchen an einem Seitenarm des Neckar ausgesucht und mit unserer Knutschkugel im Grünen übernachtet.

Im Dunkeln Karotteneintopf auf dem Enders Campingkocher* zuzubereiten und das mit dem bescheidenen Licht von zwei Feuerhand Petromax Petroleumlampen* ist zwar eine gewisse Herausforderung, aber es schmeckt danach umso besser und ist gewürzt mit frischer Luft, ohne Genörgel von Stellplatz-Nachbarn und mit einer Prise netter Gespräche neugieriger Anwohner/Spaziergänger, was unser Mercedes L319 denn für ein lustiges Vehikel ist und ob das mal ein Feuerwehrfahrzeug war.

Auch wenn wir keine Sinalco-Werbung machen wollen: das Cap muss einfach sein, denn gelb und rot sind Werkeline-Farben und passend dazu bietet der Souvenirshop der Heidelberger Bergbahnen einen Kuschel-Bergbahnwagen in rot-gelb den wir einfach nicht im Regal stehen lassen konnten. Obwohl der Kitschfaktor in unserem Camper langsam beängstigende Ausmaße angenommen hat … Aber wer mag nicht einen Eisenbahnwaggon aus Plüsch sein Eigen nennen… 🙂

So ist eben Leidenschaft, für die es sich zu leben lohnt und um ein Urlaubsandenken reicher, machen wir noch einen schönen Abschiedsspaziergang am Neckar entlang und setzen unseren Wohnmobiltrip in Richtung Mosel fort. Dort soll es nämlich gute Weine geben….

Eure Werkeline

 

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