Deutschlandurlaub im Mercedes Wohnmobil

4. Etappe – Von der Mosel nach Koblenz

Bei unserem Wohnmobilurlaub 2018 hatten wir uns eigentlich nur zwei Etappenziele gesteckt, denn wir wollten mit unserem Mercedes-Benz L319 möglichst spontan und vor allem stressfrei unterwegs sein. Ziel eins: UNESCO Welterbe Zeche Zollverein in Essen und Ziel zwei: Tinos Heimat Emden in Ostfriesland. Vermutlich mit Abstecher nach Borkum, eine der ostfriesischen Inseln im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Also sozusagen Kultur pur auf andere Art. 

Nachdem wir also Willys Fernreisemobiltreffen mit unserer Knutschkugel verlassen haben, ging es weiter moselabwärts Richtung Koblenz. Das Deutsche Eck – die offizielle Bezeichnung für die Moselmündung in den Rhein – klingt so geschichtsträchtig und monumental, dass wir es für ein interessantes Etappenziel hielten.

Hierzu eines vorweg: Da wir dann doch gewisse Kulturbanausen sind haben wir hier nicht viel Zeit verbracht und uns noch am selben Tag in Richtung Essen auf den Weg gemacht. Wir wollten endlich mal saubere Ruhrpottluft schnuppern und waren schon ganz neugierig (gamsig auf bayerisch) auf den ‚Pütt‘ (Ruhrpottdeutsch für Kohlenzeche). 😉

Koblenz ist größer als wir dachten und nachdem wir uns durch den Verkehr und die halbe Innenstadt gewurschtelt haben, fanden wir  dann endlich auch einen Parkplatz für unseren Camping-Oldtimer in direkter Nähe vom Rheinufer.

Das Deutsche Eck ist auf jeden Fall sehenswert: Fließen hier doch verschiedenste Eindrücke von Natur, von vom Menschen Erbautem, von Passagierschiffahrt mit Hotelbinnenschiffen, zusammen mit der erst 2010 neu erbauten Koblenzer Seilbahn vom Rheinufer hinauf zur Festung Ehrenbreitstein zusammen. Definitiv ein besonderes Fleckchen Erde mit viel monumentaler Baukunst, wie auch dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. Wenn man diese Moselmündung in den Rhein einmal als Nachtaufnahme googelt, findet man teils beeindruckende Aufnahmen mit imposanter Außenbeleuchtung und allerlei Feuerwerk. Koblenz bei Nacht ist sicherlich auch außerhalb der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ ein interessantes Urlaubsziel.

 

Da das Kaiser-Wilhelm-Denkmal nach Kriegsschäden restauriert werden musste und mittlerweile auch Bestandteil des UNESCO Welterbes „Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal“ ist und jährlich über Zigtausende Besucher aufweisen kann, wird hier besonderer Wert auf die Darstellung unseres Landes in Verbindung mit der Europäischen Union Wert gelegt. Es befinden sich die Fahnen und Bronzetafeln aller Bundesländer am Ufer bzw. in den historischen Mauern. Ob Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein, Berlin oder die Hansestadt Hamburg – hier und heute spielt Bayern gegen Niedersachsen mal wieder ein unentschieden…. 😉

Erstaunlicherweise hat der Initiator dieser Fahnenparade zur guten Völkerverständigung es sogar geschafft, neben allen Bundesländern und der EU-Flagge ein buntes Stück Stoff der Vereinigten Staaten von Amerika aufzuhängen. Ob und inwiefern MC Donalds, Starbucks und unser großer Bruder eine gute Wahl mit gemeinsamer Geschichte sind, die sich dort einen Ehrenplatz verdient haben, muss jeder mit sich selber ausmachen.

Wir stehen noch eine Weile am Moselufer – nee, am Rheinufer – nee, im Mischwasser und schauen den kleinen und noch kleineren Fracht-Binnenschiffen zu, wie sie sich mit Volldampf voraus gegen die Strömungswirbel ankämpfen und saugen noch ein wenig von dem historischen und gegenwärtigen ‚Spirit‘ dieses Touristen-Eckchens auf. Schee war´s auf jeden Fall aber jetzt geht’s weiter in den Pott zur Zeche Zollverein, auch wenn die Kumpel früher sachten: Mutta, hol mich vonne Zeche, ich kann dat Schwatte nich mehr seeehn !

Abends um neun in Essen angekommen wird gegessen und gepennt. Neben dem Förderturm natürlischhh 🙂 Aber davon demnächst mehr…

Eure Werkeline

 

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