Deutschland-Urlaub mit Mercedes-Benz L319

3. Etappe: „Willys Fernreisemobiltreffen“ in Enkirch

Wir fahren Ende August 2018 ganz gemütlich von Bernkastel-Kues in Richtung Koblenz an der B53 entlang. Mit unserer Reisegeschwindigkeit von 80 km/h in meinem Mercedes L319,  genießen wir beschaulich den Blick auf Landschaft und Umgebung.

Fast zur gleichen Zeit erblicken wir beide einen Magirus-Deutz auf einer Wiese stehend, zwischen Moselufer und Bundesstraße… und der zweite Magirus Allrad.. und noch ein großes Ungetüm an Wohnmobil. Wir schauen uns an und denken: Da muss doch etwas Besonderes sein – SOFORT ANHALTEN !

Wir fahren links rein und schon stehen wir auf einem großen Parkplatz neben einem Pavillonzelt und entdecken den ersten großen Schwung exotischer Wohnmobile, die allesamt nicht aus den Häusern Hymer, LMC, Bürstner, Concorde und wie sie alle heißen, sind. Schon auf den ersten Blick erkennt man eine sehr individuelle Mischung „vogelwilder“ Reisemobile, wie ich als Bayerin sage 😉  

Wir fragen die nette Dame am „Empfang“ und bekommen erklärt, dass wir auf „Willys Fernreisemobiltreffen“ gelandet sind und dass es eigentlich erst am Freitag losgeht. Nebenan auf einem angrenzenden Gelände gibt es noch einen regulären Wohnmobilstellplatz direkt am Ufer der Mosel, welcher dauerhaft von der Gemeinde Enkirch eingerichtet ist. Preis pro Übernachtung: Satte 7 Euro 😉 .

Hier treffen also zwei Welten aufeinander. Die „Weißware“, wie die Globetrotter und Allrad-Wohnmobilisten sie leicht belächelnd nennen, treffen auf eine kunterbunte Mischung aus individuell gestalteten Wohnmobilen der Baujahre 1950 bis 2018. Und um eines noch vorweg zu nehmen: Trotz unserer Oldie-Fotos machen die Fahrzeuge die deutlich über 30 Jahre alt sind, maximal die Hälfte der Besucher aus. Was so viel heißt wie: Hier trifft sich Magirus-Deutz mit Vorkammerdiesel, mit Unimog oder MAN High-Tech Wohnmobil der Preisklasse bis 400.000 €. Es ist also für jeden was dabei, ganz nach dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt! Bei Willy (2009 verstorben) und dem freundlichen Team das würdevoll sein Erbe angetreten hat, trifft man auf individuelle Freizeitmobile jeglicher Couleur.

Hier mal eine kurze Auflistung von Fahrzeugen, mit deren Besitzern man binnen Sekunden in endlos lange und wertvolle Gespräche verwickelt wird:

Mercedes L319 😉 , Mercedes-Benz Unimog, Mercedes Kurzhauber 710 – 911 – 1113, Mercedes LP-Baureihe, Mercedes-Benz Düsseldorfer Transporter (DüDo), Mercedes-Benz Bremer Transporter T2, Mercedes Harburger Transporter baugleich Hanomag und Henschel
Mercedes Busse O302 und O303

Magirus-Deutz 170 D11 und 130 D9, Magirus-Deutz Eckhauber der ersten Generation, Magirus-Deutz MercurMagirus-Deutz Eckhauber der dritten Generation

Setra Busse, MAN, überwiegend modern bis neu, Hanomag AL28, Feuerwehr-Oldtimer aller Marken

Und natürlich: 
Hightech Offroadmobile moderner Herstellung mit GFK-Koffern und vielem mehr. Bei diesen Allrad- und Expeditionsmobilen kennen wir uns allerdings so gar nicht aus, weil der Knutschkugelfaktor einfach zu niedrig ist.

Da wir uns ja nun bekanntlich für Oldtimer und Alteisen begeistern können, schlendern wir so über den Wohnmobilstellplatz, der sich schon am Donnerstag beträchtlich mit allerhand Reisemobilen füllt und kommen mit einigen stolzen Besitzern historischer Wohnmobile ins Gespräch. Die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft dieser speziellen Sorte Mensch ist unbeschreiblich positiv und für Münchner Großstadtmenschen wie uns mal wieder eine herrlich angenehme Abwechslung.

Was besonders auffällt ist die liebevolle Detailarbeit die vor allem die holländischen Besucher dieses Allrad-Wohnmobiltreffens in ihren Nachkriegs-Magirus betreiben. Ein LKW schöner als der andere.

Aber auch andere Kuriositäten wie dieser Mercedes Kurzhauber mit Holzaufbau, stechen deutlich aus dem Hymer-Einheitsbrei heraus. Von außen gemütlich, von innen kuschelig warm und das ganze sogar mit dem Segen vom TÜV für ein Fichten-Womo mit H-Kennzeichen. Definitiv inspirierend für unser Wohnmobil-Selbstausbauprojekt unseren Magirus Mercur 150.

Wir könnten jetzt noch endlos über Willys Fernreisemobiltreffen berichten und von den tollen Fahrzeugen und ihren freundlichen Besitzern schwärmen. Am besten schaut ihr Euch dieses ganz besondere Individualistentreffen einmal selbst an. Es gibt auch viel Videomaterial auf Youtube zu finden. Werkeline und der rot-gelbe Mercedes-Benz L319 sind 2019 auf jeden Fall wieder mit dabei. Und diesmal ganz sicher von Donnerstag bis Sonntag, denn im vergangenen Urlaub konnten wir leider nicht länger verweilen. Am Freitag ging’s auf zur nächsten Etappe: weiter nach Koblenz ans Deutsche Eck…..

Eure Werkeline

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