Mercedes-Benz L 319 – Zweifarb-Komplettlackierung

                 

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Hallo, hier ist wieder Eure Werkeline 🙂

In diesem Blogbeitrag möchte ich Euch von der Zweifarb-Komplettlackierung meines Mercedes-Benz L 319 berichten.

Im letzten Jahr, haben mein Freund und ich meine heißgeliebte Knutschkugel, meinen Mercedes-Benz L 319, den ich in ziemlich heruntergekommenem Zustand in Stuttgart gekauft habe, frisch lackiert. Er wude an einigen Stellen geschweißt, Scheiben wurden ersetzt, Zierleisten poliert und vieles mehr. Über die Restaurierung meines Mercedes-Oldtimers werde ich nach und nach auf meinem Blog berichten.

Eine der größten Herausforderungen der Restauration war die komplette Fahrzeuglackierung. In der Planungsphase gab es da einiges zu überlegen und zu entscheiden: 1. Metallic- oder Unilack 2. Einschichtlack für den Fall einer Unilackierung oder Zweischicht-Lacksystem, bestehend aus Basislack und Klarlack. 3. wasserbasierter Basislack oder lösungsmittelbasierter Basislack. 4. Da meine Brieftasche auch nicht die dickste ist: Outdoor-Lackierung mit kurzem Klarlack-Härter oder in der Lackierkabine um ein möglichst professionelles Ergebnis zu erzielen. Und zu guter Letzt: 5. Die gewünschte Lackqualität – ebenfalls mit Blick auf meinen Geldbeutel.

Ihr seht also schon, es gibt bei einer Fahrzeuglackierung neben dem eigentlichen Know-How, den verwendeten Werkzeugen, den Spachtelmassen und dem Grundierfüller auch noch jede Menge andere Kriterien und Punkte, die man sich vorher überlegen muß bzw. sollte.

                                                

Erster Schritt: Obwohl mein Freund  schon einige Erfahrungen als „Hobbylackierer“ gemacht hatte, bietet sich bei so einem umfangreichen Projekt durchaus an, sich bei netten Usern auf Youtube etwas weiterzubilden. Neidlos anerkennen möchten wir hier den total sympathischen und sehr kompetenten GUNMAN. Nicht nur daß er total gut drauf ist, tausend Dinge erklärt, Lackierpistolen vergleicht und vieles andere – es macht auch einfach Spaß diesem Autolackierer-Freak zuzuschauen. Man sieht, dass er wirklich ein Fahrzeuglackierer aus Leidenschaft und Berufung ist. TOP-Lackierer-BLOG !!!

Zweiter Schritt: Wir setzen uns beide auf unsere Honda CBR 650 F und fahren in dicker Dainese Motorradkombi zum Prosol Lackhändler und lassen uns die diversesten Farbfächer und Lackmuster zeigen. Spätestens jetzt steht eines 100% fest: Rot und Gelb muß meine Knutschkugel werden. Genauer gesagt RAL 3002 karminrot und RAL 1023 verkehrsgelb. Die beiden Farbtöne passen einfach super zueinander und wenn Ihr das Endergebnis schon gesehen habt, schaut es auch viel netter aus, als RAL 3000 feuerrot. Deswegen können die Blaulichter ja trotzdem auf dem Dach bleiben….

Dritter Schritt: Klarlack und Basislack aussuchen – das ist die große Frage, da es beides in allen erdenklichen Qualitäten und Preislagen gibt. Von absolut unbekannter NoName-Grütze bis Standox, Glasurit, Spiess-Hecker und wie sie alle heißen. Klar, die Preise für einen Liter Basislack reichen von 30 bis gut über 100 € und da mein 319 er Mercedes ja doch eine gewisse Fläche hat, habe ich mich aus Kostengründen für einen preiswerten Basislack und einen Mittelklasse Klarlack in HS-Qualität ( High-Solid ) entschieden. Im Nachhinein ist man ja immer schlauer und daß gelb absolut besch…. deckt haben wir dann zum ersten Mal bei der Lackierung der Heckklappen im Freien gemerkt. Und daß gelb kleinste Fliegen mehr anzieht, als ein frischer Kuhfladen auf der Weide, auch…

Vierter Schritt: Lackierkabine. Ich wohne in München und hier gibt es zum Glück mehrere Auto-Hobbywerkstätten. Zwei davon haben professionelle Lackierkabinen mit leistungsfähiger Lacknebel-Absaugung und Aufheizanlage zum beschleunigten trocknen von Basis- und Klarlack.

Fünfter Schritt: EINFACH MAL MACHEN….. 😉 Und so standen wir morgens um 7 Uhr in der Früh in München vor der Mietwerkstatt mit einem frisch gefüllerten und bereits geschliffenen L 319 und fingen an abzukleben, was nicht mitlackiert werden soll. Fenstergummis, Türgriffe, Zierleisten (die man zwar abbauen kann, die nach 52 Jahren dann aber im Eimer sind) und vieles mehr. Nebenbei ein Blick auf die Uhr – Mist schon halb elf und noch nicht einmal in der Lackierbox angekommen…..

               

Um es kurz zu machen, gelb lackieren sollte man entweder sein lassen oder aber Basislack renommierter Hersteller mit entsprechender Deckkraft verwenden. Wir haben bei meinem Schätzchen 9 Schichten Basislack in gelb auftragen müssen, damit der graue Grundierfüller schleierfrei und sauber gelb ablackiert ist. Das ist doch Wahnsinn! Der Nachteil dabei auch noch: Die Basislackschicht wird so dick, daß er nicht mehr vernünftig trocknet. Also Lackierkabinenheizung an bis 80° Celsius, Kaffee trinken, Kaffee trinken, nachschauen, Spezi trinken, Kaffee trinken, nachschauen ….

              

Es war Nachmittag gegen 17 Uhr als der gelbe Basislack den Eindruck machte, man könne ihn mit Konturenklebeband so abkleben, daß man den roten Teil der Basislackierung auftragen kann, ohne danach mit dem Klebeband die gelbe Basislackschicht wieder mit abzureißen. Jetzt die gleiche Aktion nochmal mit  4 Schichten RAL 3002 Basislack. Das blöde war – es wurde acht Uhr abends, wir waren 12 Stunden nonstop in Einweg-Arbeitskombis am schwitzen wie im Dampfbad des Müllerschen Volksbads in München und der rote Basislack wurde und wurde auch nicht trocken. Wasserbasislack eben. Umweltfreundliches Scheißzeug oder einfach nur dem niedrigen Preis geschuldet?!? Ich weiß es nicht, aber bei meinem nächsten Mercedes Oldtimer wird es lösungsmittelbasierter Basislack. GANZ SICHER !

             

Gegen 22.00 Uhr fängt das Personal der Mietwerkstatt zum aufräumen an. Ich, Werkeline rühre den ersten Zweikomponenten-Klarlack an und mein Freund nebelt ihn drauf. Mit einer Premium-Lackierpistole.

Die erste Schicht Klarlack ist drauf. Hammermäßig. Mein Schätzchen, 52 Jahre alt, mit eingeschlagenen Scheiben und Graffiti an der Seite, steht in der Lackierkabine und glänzt wie eine Speckschwarte. 10 Minuten Zwischenabluft schreiben eigentlich alle Autolackhersteller vor. Zeit für eine Zigarette und natürlich KAFFEE UND SPEZI !

2. Runde Klarlack. Fertig. Kabinenheizung auf 80 ° und warten, warten, warten. Rund 30 Minuten Nerven streicheln. Türen auf, Abdeckpapier runter, Blinkergläser dran, Scheinwerfer rein, Lackierpistole mit Waschverdünnung reinigen. Zündschlüssel rein, 1000 mal beim letzten Mitarbeiter der Mietwerkstatt bedankt, daß er bis Mitternacht Geduld hatte und uns nicht mit klebrigem Klarlack rausgeschmissen hat. Ab nach Hause nach 16 Stunden Lackierarbeit, schnell noch zur Shell-Tankstelle, weil´s farblich so gut paßt und dann ganz stolz ein erstes Foto geschossen. Mitternacht mit einem L 319 in München am Ostbahnhof. So einfach kann lackieren sein!

Eure Werkeline!

                                                    

Besucht mich doch auch auf meinem YouTube-Kanal Werkeline. Dort könnt Ihr alles in bewegten Videofbildern sehen… 

Das zugehörige Video zum lackieren findet Ihr hier:

https://youtu.be/k2ENwfxxomE

 

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