Mercedes-Benz L 319 – Polsterarbeiten mit Kunstleder

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Hallo Zusammen, hier ist Eure Werkeline. Im vergangenen Winter habe ich mich an das Polstern meines Mercedes L 319 – meiner Knutschkugel – herangewagt und möchte Euch in diesem Blogbeitrag darüber berichten!  

Wer gemeint hat, in der kalten Jahreszeit gibt es für Oldtimerfreunde, die nur im Freien schrauben können, nichts zu tun, der hat sich geirrt ….

Endlich kommt man(n) /Frau mal dazu, sich um die Innenausstattung ihrer Knutschkugel zu kümmern. Vorherige Überlegungen und Recherchen haben wieder einmal ergeben, sich vor allem aufgrund der Kosten, selbst an die Polsterarbeiten ranzuwagen. 

Also im Vorfeld das nötige Material beschaffen. Die Farbgebung war ja schon von vornherein klar. Wie könnte es anders sein: rot und gelb,wie die Aussenlackierung meines Mercedes-Benz L 319. Das Material soll pflegeleicht bzw. abwaschbar sein. Also war die Entscheidung nicht schwierig:  Kunstleder* ist hierfür perfekt geeignet. Nur: Wo bekommt man zweifarbig rot/gelbes Kunstleder* her?  Das war nirgendwo zu finden. Aber wie das so ist, wenn man(n)/Frau eine gewisse Vorstellung hat und sich was einbildet… Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“ Warum nicht einfach selbst, gestreiften Polsterstoff nähen!? Ist zwar ein bisschen mehr Arbeit, aber dafür entspricht dann das Endergebnis auch den eigenen Vorstellungen.  Das Thema ist also geklärt. Rotes und gelbes Kunstleder kaufen.

Dann stellte sich noch die Frage mit dem Keder* . Roten Keder gibt es zwar, allerdings nur in einem Material, das ganz und gar nicht zum Kunstleder passt. Gelb…- nirgends zu finden. Also Polster ohne Keder? Aber warum eigentlich? So schwierig kann es doch nicht sein, den selber zu nähen. Also  Kederschnur* kaufen und passendes Garn*. (Ich habe Garn Stärke 30 verwendet.)  (Beim Garn solltet Ihr nicht sparen und nur hochwertiges kaufen. Billiges Garn reisst nur immer wieder ab. Das kostet Nerven und Ihr spart am falschen Ende.) Jetzt noch einen Kederfuss* für die Nähmaschine* besorgen. Zum Zuschneiden empfiehlt es sich, eine vernünftige, hochwertige Schneiderschere* zu kaufen. Was nicht fehlen darf ist Füllmaterial* zum Aufpolstern und ein Handtacker* mit Tackerklammern*. Zum Zusammennähen des Polsterstoffes noch eine Rundnadel*. Sonstiges Material, wie Spitzzange, Schraubenzieher, Hammer etc. ist ja in jedem Haushalt vorhanden.

Los gehts also. Hingeradelt zur Knutschkugel und die Sitze ausbauen. Auf dem Gepäckträger zum „Tatort“ transportieren.

                                               

Als erstes müssen mal die alten vergammelten Polsterbezüge mitsamt Innenleben runter. Da die Bezüge angetackert sind, ist entsprechendes Werkzeug in Form von Schraubenzieher, Spitzzange oder Ähnlichem von Nutzen. Der Bezug darf nicht einfach zerschnitten werden: den brauchen wir ja nachher unbedingt zum Maßnehmen bzw. als Mustervorlage. Anhand des Zettels, den wir hier auf dem Sitzboden im Polster finden, können wir erkennen, dass das noch der Originalbezug ist. Von 1965!

              

Material ist zwar schon gekauft, aber so richtig entschieden, wie die Autositze final ausschauen sollen ist noch nicht. Sitzfläche rot oder gelb und Außenseiten entsprechend konträr? Oder alles gestreift? Vielleicht auch nur in der Mitte ein breiter Streifen? … tausend verschiedene Möglichkeiten. Also mal alles auf dem Bildschirm (PC) veranschaulichen – und per Klebeband* auf dem Sitz simulieren… Endlich ist die Entscheidung gefallen. Jetzt noch messen, wie breit die  Streifen sein sollen, damit die Sitzfläche bedeckt ist.

              

Alles notieren, nochmal nachrechnen, nochmal ausmessen: stimmt auch wirklich alles? Dann geht es ans Zuschneiden für den gestreiften rot/gelben Stoff. Mit Schneiderkreide* auf die linke Seite der Kunstlederbahnen die Streifen aufzeichnen – Nahtzugabe nicht vergessen!!! – und mit der Schneiderschere zuschneiden. Für den Keder noch einen schmalen gelben Streifen zuschneiden.

Jetzt ran an die Haushaltsnähmaschine. Kederfüßchen ist eingesteckt, Einstellungen stimmen und los geht es mit der Anfertigung des Keder.

               

Dann her mit den Streifen. Ein roter, ein gelber, immer im Wechsel – sieben Streifen nebeneinander. Und damit auch alles lange hält, noch eine zweite und dritte Naht jeweils versetzt. So! Der rot-gelb-gestreifte Stoff ist hergestellt.

                  

Da ich kein Nähprofi und ungeübt bin, habe ich es dieses mal gelassen, rotes Garn für den gelben und umgekehrt – gelbes Garn für den roten Stoff zu nehmen. – Beim nächsten mal traue ich mich da aber ran … das sieht dann noch mal eine Klasse besser aus.

                                                       

Jetzt kommt die eigentlich wichtigste Arbeit: Zuschneiden. Da darf jetzt nichts schief gehen. Da muss wirklich alles stimmen! Die alten Sitzpolster werden sorgfältig aufgetrennt und als Vorlage auf die linke Seite der Stoffbahnen gelegt. Mit Schneiderkreide die Umrisse aufzeichnen und auch hier wieder: Nahtzugabe nicht vergessen!!! Und Beschriftungen hinzufügen um jeweils welchen Sitz und welches Stück es sich handelt (z. B. Fahrersitz – Lehne – Seitenteil links).

                 

Jetzt wird der Keder an das Kunstleder angenäht. Und dann noch die zugeschnittenen Kunstlederteile entsprechend zusammennähen. Aufpassen, damit zum Schluss auch die richtigen Teile zusammengefügt sind. Da kann schnell mal was schiefgehen. Und Auftrennen ist nicht so doll. Abgesehen davon, dass das eine „Scheiss“-Arbeit ist, bleibt beim Kunstleder nach dem Auftrennen jeder Einstich sichtbar … Geschafft! 🙂 Alle Teile sind richtig zusammen. Da kann man(n)/Frau schon gut was erkennen und sich eine gute Vorstellung machen, wie das mal aussehen soll. Die Freude über das gelungene Zwischenergebnis ist schon mal groß! 🙂 🙂 

       

Weiter geht’s: Die Sitze müssen noch aufgepolstert werden, bevor der Bezug drüber kommt. Dafür eignet sich ganz hervorragend ungeleimte Watte (750 g/m²). Die kann man(n)/Frau super gut in kleine Stücke zerpflücken und gut „dosieren“. Und verewigen müssen wir uns noch  – damit der nächste „Polsterer“ in 30 Jahren gleich sieht, wer dieses Werk vollbracht hat.   Bezug drüber und antackern.

          

Jetzt kommt noch eine knifflige und nicht so einfache Arbeit: das zusammennähen des Polsterstoffes. Das geht nur in Handarbeit. Dazu eignet sich eine Rundnadel. Um die durch den relativ dicken Kunstlederstoff durchziehen zu können, ist eine Zange sehr hilfreich. Und schließlich, mit viel Geduld und einigem fluchen, ist auch das geschafft.

                     

Zu allerletzt noch die Sitzgestelle a bissl bearbeiten und verschönern/streichen. Sitze daran befestigen.

                      

Feeeeertig…..

Das Endergebnis kann sich sehen lassen. Fast perfekt! Wir sind sehr zufrieden! Für „Nichtprofis“ ist uns das super gut gelungen. Und beim nächsten mal wissen wir, wie wir es noch besser machen können. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen ….

Ich hoffe ich habe Euch Mut gemacht, selber mal ans Polstern ranzugehen. Ist wirklich kein „Hexenwerk“ und macht auch noch Spaß! Und der Geldbeutel freut sich auch! 

Wenn Ihr irgendwelche detaillierten Fragen zum Material oder zu den einzelnen Arbeitsschritten habt, könnt Ihr mich gerne kontaktieren! Ich freue mich, wenn ich Euch mit Tipps unterstützen und weiterhelfen kann!

Eure Werkeline

 

Die zugehörige Slide-Show findet Ihr hier: 

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